Keine Angst vor Empanadas

Keine Angst vor Empanadas

Jenny von Jenny is baking wurde in Uruguay geboren und stellt auf ihrem Blog regelmäßig Backrezepte aus Nord- und Südamerika vor. Für Backen.de hat sie ein tolles Empanada-Rezept entwickelt und möchte uns hier weitere hilfreiche Tipps und Tricks mit auf den Weg geben. Danke Jenny, so haben wir sicher nie wieder Angst vor Empanadas.

Was sind Empanadas?

Empanadas sind gefüllte Teigtaschen aus Mittel- und Südamerika. Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Manchmal wird der Ursprung den Persern zugeschrieben, weil auch sie viele Rezepte mit gefüllten Teigtaschen haben. Andere behaupten, dass auch die Köche in der Antike schon mit Fleisch gefüllte Teigtaschen hergestellt haben. Fakt ist jedoch: Egal, wo sie herkommen – sie sollen bitte bleiben! Klassischerweise werden Empanadas zu Halbmonden geformt, die je nach Land und Region 6 bis 12 cm groß sind. Empanadas werden aus Weizen- oder Maismehl zubereitet und zu ganz unterschiedlichen Gelegenheiten serviert. Sowohl als Hauptmahlzeit mit einem frischen Salat, aber auch als Snack für Zwischendurch oder für eine Party als perfektes Fingerfood. Empanadas werden dabei nicht nur mit Fleisch sondern auch vegetarisch, vegan oder mit süßen Füllungen angeboten. Insbesondere in Mittelamerika kommen auch exotische Zutaten wie Kochbanane und Maniokmehl zum Einsatz.

Wie wird der Teig für Empanadas zubereitet?

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten Empanada-Teig zuzubereiten: Mit Weizenmehl oder mit Maismehl. Je nachdem für was du dich entscheidest, unterscheidet sich auch die Zubereitung.

Empanadas mit Weizenmehl

Entscheidest du dich für Weizenmehl als Grundlage, so bereitest du eine Art Mürbeteig mit einem niedrigeren Butteranteil zu. Insbesondere in den Rindfleisch-Export-Ländern Argentinien und Uruguay ist es beliebt, die Butter komplett oder anteilig mit Rindertalg oder Schweineschmalz zu ersetzen. Statt Ei als Bindemittel wird oft Wasser oder aber Milch eingesetzt. Empanadas, die aus Weizenmehl bestehen, werden in der Regel gebacken und nicht frittiert. Gerade für Backanfänger ist das die einfachere Variante Empanadas zuzubereiten.

Empanadas mit Maismehl

Du möchtest lieber Maismehl als Grundlage benutzen? Kein Problem. Hier besteht ein Rezept einfach nur aus Maismehl, Wasser und etwas Gemüsebrühe. Empanadas mit Maismehl sind besonders in Kolumbien und Venezuela beliebt. Sie sind meistens etwas kleiner und werden überwiegend frittiert.

Womit fülle ich meine Empanadas?

Die klassischste aller Empanadas-Füllungen ist die mit Rinderhackfleisch. Oft werden hartgekochte Eier, Oliven und teilweise auch Rosinen als süßer Kontrast untergemischt. Außerdem sind Empanadas mit Hähnchen, Fisch, Käse und Schinken, aber auch vegetarisch, z.B. mit Bohnen, Reis und Mais, populär.

Empanadas gibt es darüber hinaus auch in der süßen Variante. Beliebt ist zum Beispiel der lateinamerikanische Karamellaufstrich Dulce de leche, der mit gesüßter Kondensmilch zubereitet wird. Aber auch Marmeladen und gesüßte Früchte werden gerne verwendet. Zusätzlich kannst du auch das Salz im Teig weglassen und stattdessen ein paar Esslöffel Kakao untermischen.

Wie du merkst, sind deiner Fantasie fast keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Füllung von Empanadas geht. Achte nur darauf, dass deine Füllung nicht zu flüssig ist, sonst läuft sie Gefahr aus der Teigtasche herauszulaufen.

Für noch mehr leckere Inspiration findest du hier unsere fünf liebsten Empanadas-Füllungen:

  1. Hähnchenbrust mit Pilzen und Spinat
  2. Rinderhackfleisch mit Tomaten, Paprika und Zwiebeln
  3. Frühlingszwiebeln, Zwiebeln, Kidneybohnen, Kräuterquark und Cumin
  4. Aubergine, Zucchini, Paprika, Zwiebeln und Kräuter der Provence
  5. Dulce de Leche – einfach pur!

Wie verschließe ich meine Empanadas?

Nun hast du deinen Teig und deine Füllung. Doch wie bringt man jetzt beides zusammen, sodass die typische Empanadas-Optik entsteht? Ganz einfach:

  • Nimm deinen Teig aus dem Kühlschrank und rolle ihn dünn aus.
  • Stich mit einer Müsli-Schüssel oder einem 12 cm breiten Ausstecher runde Teigkreise aus.
  • Nimm nun einen ausgestochenen Kreis in die Hand und gib in die Teigmitte jeweils ca. 2-3 TL abgekühlte Füllung. Wichtig ist, dass überall ein Rand von etwa 1 cm frei bleibt.
  • Verstreiche nun mit der Fingerkuppe am ganzen äußeren Rand Wasser. Das hilft, damit dein Teig besser zusammenklebt.
  • Klappe nun die eine Teighälfte so um, dass du einen Halbmond erhältst und drücke den äußersten Teigrand gut mit den Fingern fest.
  • Für das typische Verschließmuster ziehst du am äußeren Teigrand ein etwa 1 cm breites Teigstück noch weiter nach außen und klappst es zurück.
  • Den Prozess wiederholst du mit dem gesamten Teigrand, bis deine Teigtasche fertig verschlossen ist.

Werden Empanadas gebacken oder frittiert?

Wie schon beschrieben, können Empanadas gebacken oder frittiert werden. Empanadas mit Weizenmehl werden überwiegend gebacken. Diese Variante ist vor allem für unerfahrene Empanadas-Bäcker die einfachere. Hierzu einfach deinen Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze einstellen, damit deine Empanadas beim Backen nicht austrocknen. Für eine schöne Farbe kannst du sie vorher mit einem verquirlten Ei, Milch oder Sahne bestreichen. Ab in den Ofen und 20-25 Minuten backen bis sie goldbraun sind.

Möchtest du deine Empanadas lieber frittieren? Kein Problem! Hier sollten sie nur nicht zu heiß, am besten bei 180 Grad frittiert werden. Du brauchst zwar nicht unbedingt eine Fritteuse, sondern kannst deine Empanadas auch in einem Topf frittieren, bedenke jedoch, dass sie vollständig in Fett schwimmen sollten. Frittiere die Empanadas etwa 2 Minuten, wende sie und frittiere sie weitere 2 bis 3 Minuten. Das Öl, das du zum Frittieren verwendest, sollte möglichst neutral im Geschmack sein, deshalb eignen sich Sonnenblumen- oder Rapsöl besonders gut. Kleiner Tipp: Frittierte Empanadas schmecken frisch am besten.

Worauf sollte ich beim Herstellen von Empanadas besonders achten?

Wenn du Empanadas selber machen willst, solltest du vor allem ein wenig Zeit und Geduld mitbringen. Zum einen muss der Teig nach der Zubereitung mindestens eine halbe Stunde ruhen, damit er elastischer wird. Zum anderen lassen sich Füllungen deutlich einfacher proportionieren, wenn sie vorher gekühlt wurden.

Wenn du zu Beginn Schwierigkeiten hast, die Empanadas gut mit den Fingern zu verschließen, kannst du auch eine Gabel zur Hilfe nehmen, um den Rand zuzudrücken. Wichtig ist, dass die Empanadas am Ende gut verschlossen sind und nicht auslaufen.

Damit deine Empanadas eine hübsche goldbraune Farbe bekommen, bestreiche sie vor dem Backen mit etwas Milch oder Sahne.

Empanadas vorbereiten und aufbewahren

Die Antwort auf die Frage, ob du Empanadas auch vorbereiten und aufbewahren kannst? Definitv! Es ist kein Problem, den Teig und die Füllung ein bis zwei Tage im Voraus zuzubereiten und erst dann die Empanadas zu formen und schließlich zu backen oder frittieren. Natürlich kannst du sie auch komplett vorbereitet einfrieren. Dazu einfach einzeln auf einem Teller für etwa eine halbe Stunde ins Gefrierfach stellen, dann in einen gut verschließbaren Beutel umfüllen, die Luft entfernen und ab ins Eisfach. Die eingefrorenen Empanadas gibst du anschließend einfach direkt in den Ofen. Sie backen nur ein paar Minuten länger bevor du sie genießen kannst.

Unsere liebsten Empanadas-Rezepte

Du hast Lust bekommen, es selbst zu versuchen? Dann nichts wie ran an die südamerikanischen Teigtaschen. Viel Spaß beim Ausprobieren.