Keine Angst vor Lebkuchen
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Keine Angst vor Lebkuchen

Unterschiedliche Lebkuchenvarianten

Grundsätzlich wird Lebkuchen erst einmal in zwei verschiedene Arten unterteilt, die sich nicht nur hinsichtlich der Konsistenz, sondern auch hinsichtlich der Zubereitung und Zutaten unterscheiden:

  • Brauner Lebkuchen
  • Oblatenlebkuchen

Brauner Lebkuchen erinnert in seiner Konsistenz etwas an klassische Kekse. Er wird typischerweise mit wenig Fett, dafür viel Mehl und Honig hergestellt. Der Teig wird anschließend ausgestochen oder anderweitig in Form gebracht. Als klassischer brauner Lebkuchen sind vor allem Lebkuchenplätzchen, Lebkuchenherzen, Lebkuchenmänner oder Lebkuchenhäuser bekannt. Weil brauner Lebkuchen direkt nach dem Backen recht hart ist, wird er häufig ein paar Wochen vor dem Verzehr gebacken. Mit zunehmender Luftfeuchtigkeit erreicht er nach und nach die gewünschte, weichere Konsistenz.

Oblatenlebkuchen ist ein bisschen anders. Er kommt direkt weich und fluffig aus deinem Ofen, weshalb du ihn direkt nach dem Backen servieren kannst. Oblatenlebkuchen bereitest du mit nur sehr wenig oder gar keinem Mehl zu. Hinzu kommt ein großer Anteil Nüsse oder Mandeln. Als Süßungsmittel nutzt du hier ganz normalen Zucker. Die bekannteste Form der Oblatenlebkuchen ist übrigens der Elisenlebkuchen.

Elisenlebkuchen
1:02 Std. Einfach

Tipps & Tricks zum Lebkuchen backen

Damit dein Lebkuchen besonders lecker wird, haben wir dir hier die wichtigsten Tipps zum Lebkuchen backen zusammengefasst.

Wie lange muss Lebkuchen backen?

Wie lange Lebkuchen backen muss, hängt stark vom jeweiligen Rezept und deinem Backofen ab. Elisenlebkuchen hat in der Regel eine etwas längere Backzeit als brauner Lebkuchen. Die Backzeit beträgt bei Elisenlebkuchen zwischen 20 und 25 Minuten, bei braunem Lebkuchen zwischen 10 und 15 Minuten. Ob dein Gebäck fertig ist, erkennst du an zwei einfachen Tricks:

  • Brauner Lebkuchen ist fertig, wenn er sich nicht mehr teigig anfühlt, wenn du mit dem Finger draufdrückst. Alternativ kannst du dein Lebkuchenplätzchen auch umdrehen und schauen, ob die Unterseite bereits gut gebräunt ist. Wenn du das aufgrund des dunklen Teiges nicht genau erkennen kannst, schau ob er schon schön fest ist und nicht mehr bricht. Wenn ja, ist dein Lebkuchen fertig.
  • Dass dein Oblatenlebkuchen fertig ist, erkennst du, wenn du auch diesen einmal umdrehst und nur etwa ein Drittel deiner Oblate noch feucht bzw. leicht wellig ist. Nimm deine Lebkuchen dann aus dem Ofen und ziehe sie sofort von deinem heißen Blech, sodass keine Restwärme bleibt.
Lebkuchenmänner – 12

Brauche ich Pottasche und Hirschhornsalz?

Pottasche und Hirschhornsalz sind alte Backtriebmittel, die für die lockere Konsistenz von Lebkuchen sorgen. Pottasche ist eher geschmacksneutral, Hirschhornsalz erinnert stark an Salmiak. Du kannst als Triebmittel aber auch einfach Backpulver nutzen. Für den typisch würzigen Lebkuchengeschmack sorgt dann zum Beispiel fertig gemischtes Lebkuchengewürz.

Lebkuchenmänner – 07

Wie wird mein (harter) Lebkuchen schön weich?

Nach dem Backen ist Lebkuchen zunächst noch hart. Durch entsprechende Luftfeuchtigkeit wird er aber immer weicher. Daher verpacke deinen Lebkuchen nicht direkt nach dem Backen, sondern lasse ihm noch einen oder zwei Tage Luft und Feuchtigkeit. Das geht gut in einer Dose mit lose aufgelegtem Deckel. Ein hineingelegtes Apfelstück sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit. Achte jedoch darauf, dass die Schnittkante oben liegt und der Apfel nicht unter deinem Lebkuchen begraben wird. Sonst kommt es schnell zu Schimmelbildung. Zudem empfehlen wir dir, die Schnittkante des Apfels regelmäßig zu erneuern, also einfach eine Scheibe abzuschneiden.

Lebkuchenplätzchen mit Zuckerguss verziert liegen in einer Keksdose mit rosa Herzchen

Wie wird mein Lebkuchen nicht zu trocken?

Damit dein Lebkuchen nicht zu trocken wird, backe ihn auf keinen Fall zu lange und möglichst bei Ober- und Unterhitze. Für Elisenlebkuchen empfehlen wir außerdem eine geringere Backtemperatur von 140 °C. Zusätzlich kannst du bereits beim Vorheizen des Ofens einen Behälter mit Wasser hineinstellen, um für eine Extraportion Feuchtigkeit zu sorgen. Wenn du dann noch Honig statt Zucker in deinen Teig gibst, wird er von Grund auf etwas feuchter und angenehm saftig. Und als kleiner Geheimtipp: Wenn dein Lebkuchen doch einmal zu trocken wird, dann verarbeite ihn doch einfach weiter zu leckerem Keksteigboden, wie bei unserem weihnachtlichen Glühwein-Cheesecake. Hier haben wir zwar Spekulatius genutzt, Lebkuchen geht aber auch ganz hervorragend.

Wie läuft mein (Oblaten-)Lebkuchen beim Backen nicht auseinander?

Damit dein Lebkuchen beim Backen nicht auseinanderläuft, ist es wichtig, dass dein Teig nicht zu flüssig ist. Verrühre deine Zutaten deshalb nur kurz und gib den Teig dann direkt auf deine Oblaten. Achte hier darauf nicht zu viel Teig auf die Oblate zu geben, sondern eine eher flache Kuppel zu formen. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du den Teig auch noch für ein paar Stunden trocknen lassen bevor du ihn backst. Wenn sich die oberste Schicht trocken anfühlt und nicht mehr am Finger kleben bleibt, sind deine Lebkuchen bereit für den Ofen. Kleiner Zusatztipp: Wenn du unsicher bist, backe einen Lebkuchen probeweise vor, bevor du das ganze Blech in den Ofen schiebst. Läuft er beim Backen noch auseinander, lasse die anderen noch ein Weilchen länger stehen.

Elisenlebkuchen - 10

Lebkuchen überziehen und verzieren

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Lebkuchen zu verzieren. Ob filigran mit weißer Zuckerschrift, kunterbunt mit Streuseln und Süßigkeiten, oder überzogen mit Schokolade oder Zuckerguss. Was du beim Verzieren beachten solltest, liest du hier.

Lebkuchen mit filigranen Verzierungen

Für besonders filigrane Verzierungen empfehlen wir klassische, weiße Zuckerschrift. Sie hebt sich nicht nur besonders schön von deinem dunklen Teig ab, sondern lässt sich auch super einfach einsetzen. Lass deinen Lebkuchen vor dem Verzieren erst etwa 15 Minuten auskühlen. Währenddessen kannst du deine Zuckerschrift schon 5 Minuten in einen Topf mit heißem Wasser oder einige Sekunden in die Mikrowelle legen, sodass sie schön geschmeidig wird. Achte darauf, dass deine Tube gut verschlossen ist. Anschließend kannst du entweder einfach die Konturen deines Lebkuchens nachzeichnen und trocknen lassen, oder die noch weiche Zuckerschrift mit einem Pinsel zusätzlich verstreichen. Das gibt einen tollen Effekt.

Zuckerschrift Weiß von Dr. Oetker

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Lebkuchen mit Schokolade oder Zuckerguss überziehen

Vor allem Elisenlebkuchen sehen mit Schokolade oder Zuckerguss überzogen besonders schön aus. Lass deine Lebkuchen nach den Backen etwa 10 Minuten abkühlen und bestreiche sie dann mit dem Guss. Durch die Restwärme deiner Lebkuchen lässt sich dein Guss besonders leicht und dünn verstreichen, sodass der dunkle Teig noch durchschimmert. Falls deine Lebkuchen schon komplett erkaltet sind, kannst du alternativ auch mit warmem Zuckerguss arbeiten.
Entscheidest du dich für eine schokoladige Glasur, lass deine  Lebkuchen zuerst vollständig abkühlen bevor du sie einstreichst. Damit dein Guss besonders schön glänzt, achte darauf, dass du deine Schokolade richtig temperierst. Tipps für eine besonders glänzende Schokolade gibt es hier:

5 Tipps für die perfekte Schoko-Glasur

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Ideen zum Lebkuchenhaus verzieren

Lebkuchenhäuschen sind in der Weihnachtszeit total beliebt. Da gibt es suuuper viele Verzierungstechniken und kleine Kniffe, die dir das Bauen deines Lebkuchenhäuschens erleichtern. Wir haben dir hier unsere sechs wichtigsten Tipps zusammengestellt:

  1. Rolle deinen Teig etwa 5 mm dick aus. So hat er später die optimale Dicke, dass er zwar schön stabil, aber nicht zu schwer ist.
  2. Nutze für die Einzelteile deines Lebkuchenhäuschens möglichst eine Schablone. So werden sie schön gleichmäßig und lassen sich später auch einfacher zusammenkleben.
  3. Stich aus deiner "Hauswand" kleine Fenster aus. Die kannst du hinterher mit bemalten Gelatine-Blättern zum Leuchten bringen.
  4. Rühre zum Zusammenkleben deiner Einzelteile einen Zuckerguss mit Gelatine an und fülle ihn in einen Spritzbeutel mit Lochtülle.
  5. Wenn du dein Dach aufsetzt, stell ein kleines Glas unter die Lebkuchenplatten– so hält es besser bis der Zuckerguss vollständig getrocknet ist.
  6. Magst du es gern kreativ verziert? Mit deinem Zuckerguss kannst du sowohl hübschen Schnee aufspritzen, als auch kunterbunte Süßigkeiten an deinem Haus befestigen.

Hast du Lust, ein Lebkuchenhaus selbst zu gestalten? Hier findest du das passende Rezept:

Lebkuchenhaus
1:55 Std. Schwer

Lebkuchen lagern und aufbewahren

Grundsätzlich hält sich Lebkuchen bei richtiger Aufbewahrung mindestens drei bis vier Monate. Während das meiste Weihnachtsgebäck knusprig am besten schmeckt, mögen wir Lebkuchen eher weich und saftig. Damit diese Konsistenz gelingt und vor allem nicht verloren geht, haben wir dir unsere wichtigsten Tipps zur Lagerung und Aufbewahrung von Lebkuchen zusammengefasst:

  • Lass deinen Lebkuchen nach dem Backen zunächst vollständig auskühlen und ruhig ein bis zwei Tage liegen, bevor du ihn verpackst.
  • Lagere deinen Lebkuchen dann am besten in einer gut schließbaren Dose aus Kunststoff oder Metall. Diese verschließt du jedoch erst nach etwa einer Woche vollständig – bis dahin sollte noch Luft und Feuchtigkeit an deine Lebkuchen kommen.
  • Möchtest du mehrere Schichten in deiner Dose stapeln? Kein Problem. Trenne sie einfach mit einem Stück Back- oder Butterbrotpapier.
Kekse bewahrst du am besten in einer schönen Keksdose auf.
  • Gib ein Apfelstück oder unbehandelte Orangen- und Zitronenschalen mit in deine Dose, um zusätzlich Feuchtigkeit und Aroma hinzuzufügen. Achte jedoch darauf, dass du dein Apfelstück oder deine Schale alle ein bis zwei Tage tauschst, damit sich kein Schimmel bildet.
Abgeriebene Orangenschale für besonderes Aroma
  • Wenn du Lebkuchen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gebacken hast, bewahre sie getrennt voneinander auf. Die starken Gewürze könnten sich sonst vermischen.
  • Am besten hält sich dein Lebkuchen bei etwa 16 bis 18 °C.

9 spannende Fakten zum Thema Lebkuchen

  1. Die typischen Lebkuchengewürze sind Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskatblüte, Muskat, Nelken, Piment und Zimt.
  2. Als Synonym zum Begriff Lebkuchen sagt man auch Pfefferkuchen, Honigkuchen oder Magenbrot. Auch Printen sind eine besondere Art von Lebkuchen.
  3. Der Begriff Lebkuchen lässt sich vom lateinischen Wort "libum" ableiten, was so viel bedeutet wie Fladen, Flachkuchen oder Opferkuchen.
  4. Im Mittelalter nutzte man für Gewürze allgemein das Wort Pfeffer. Angeblich geht der Begriff Pfefferkuchen auf diese Tatsache zurück, weil es sich hierbei um ein stark gewürztes Gebäck handelt.
  5. Weil Lebkuchen vor allem Gewürze und Honig enthält, entstand das Gebäck in Städten, die viel mit diesen Rohstoffen handelten, zum Beispiel Aachen und Nürnberg.
  6. Aachener Printen und Nürnberger Lebkuchen sind die bekanntesten Lebkuchen-Spezialitäten in Deutschland.
  7. Lebkuchen heißt auf Englisch "Gingerbread".
  8. Der größte Lebkuchen der Welt war 10 Meter lang und 4 Meter breit und wurde 2003 gebacken.
  9. Früher bezeichnete man die Hersteller von Lebkuchen nicht als Bäcker, sondern mit dem gesonderten Begriff Lebküchler.
Lebkuchenmänner – Detail

Alle Lebkuchen-Rezepte im Überblick

Hast du Lust, saftige Lebkuchen zu backen? Dann stöbere dich hier durch unsere Lebkuchen-Rezepte: